DAS GEMEINSAME MERKMAL DER SUPERMÄCHTE DER TÜRKISCHEN GESCHICHTE: LOKALE UND NATIONALE WAFFEN
Für die Türken, die im Laufe der Geschichte mächtige Staaten aufgebaut haben, ist die Rüstungsindustrie nicht nur ein Sicherheitsthema, sondern auch ein Indikator für Zivilisation. Von den Hunnen bis zur Republik Türkei entwickelten die Türken den jeweiligen Bedingungen entsprechende Waffentechnologien und sahen darin eine Garantie ihrer Unabhängigkeit. Heute ist das Konzept der „lokalen und nationalen Rüstungsindustrie“ die notwendige Realität dieses Erbes der Vergangenheit.
Der Große Hunnenstaat
Das wichtigste Merkmal des Großen Hunnenstaates, eines der mächtigsten Staaten der vorislamischen türkischen Geschichte, der den Grundstein für die türkische Staatsorganisation legte, war seine starke Armee. Die Stärke der staatlichen Streitkräfte beruhte auf der streng disziplinierten und hierarchisch organisierten Armee sowie den Waffen aus eigener Produktion. Darüber hinaus setzten die Hunnen, die Pferde als Reittiere domestizierten, diese mit großem Erfolg im Kampf ein.
Die Waffen des Hunnenstaates aus eigener Produktion machten ihn den chinesischen Armeen überlegen. Diese lokal produzierten Bögen und Pfeifpfeile bildeten die Grundlage der Kriegsdoktrin der Hunnen.
Göktürkischer Staat
Die Göktürken gehörten zu den türkischen Gemeinschaften, die im Bergbau Technologien nutzten, die ihrer Zeit weit voraus waren. Sie konnten scharfe Waffen aus Eisen und im Vergleich zu ihren Zeitgenossen robuste, leichte und äußerst nützliche Rüstungen herstellen. Auch in türkischen Epen und Orhun-Inschriften wurde der Schmiedekunst großer Wert beigemessen.
Der Göktürkische Staat war im 6. und 7. Jahrhundert die Supermacht Zentralasiens mit seiner mächtigen Armee, die mit Waffen und Rüstungen aus eigener Produktion ausgestattet war, und seiner traditionsbasierten Organisation.
Der Große Seldschukenstaat
Die Seldschuken, einer der mächtigsten Staaten des Mittelalters, entwickelten Waffen, die zu ihren eigenen Kriegstaktiken passten. Die Seldschuken verfügten nicht nur über eigene Waffen wie Pfeil und Bogen, Schwerter, Streitkolben und Äxte, sondern waren auch dank ihrer Belagerungstechnik zu einem ihrer Zeit weit vorauseilenden und mächtigen Staat geworden und hatten sich zu einem konkurrenzlosen Land mit weiten Grenzen entwickelt.
Osmanischer Staat
Die Osmanen waren ihrer Zeit mit ihrer Land- und Seemacht weit voraus. Mit den von ihnen selbst hergestellten Waffen, insbesondere schwerer Artillerie, hatten sie sich eine unbestreitbare Überlegenheit gegenüber ihren Rivalen zu Lande und zu Wasser erarbeitet.
Die osmanische Marine war ebenso wie die Landarmee mit den in ihren eigenen Werften hergestellten Schiffen unbesiegbar geworden. Bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts war der Osmanische Staat Europa in puncto Verteidigungstechnologie weit voraus.
Die oben erwähnten türkischen Staaten waren die Supermächte ihrer Zeit. Ein gemeinsames Merkmal dieser konkurrenzlosen Staaten war, dass sie über starke Armeen mit eigenen Waffen verfügten.
Republik Türkei
Die Republik Türkei hat insbesondere seit Anfang der 2000er Jahre große Investitionen getätigt, um die Abhängigkeit von der Rüstungsindustrie von außen zu verringern. Der Erfolg inländischer und nationaler Waffen bei Einsätzen in Syrien, im Irak und in Karabach zeigte, wie richtig und wichtig Investitionen in die Rüstungsindustrie sind.
Diese Entwicklung in der Republik Türkei spiegelt die heutige Fortsetzung der türkischen Staatstradition wider, die die Waffenproduktion im Laufe der Geschichte als unverzichtbares Element für das eigene Überleben betrachtete.
Von den Hunnen bis zur Republik Türkei haben die Türken ihre eigenen Waffen produziert und entwickelt, um ihre Unabhängigkeit zu schützen. Dies ist nicht nur eine technische Aktivität, sondern auch eine politische und kulturelle Entschlossenheit. Die Entwicklungen in der nationalen und nationalen Rüstungsindustrie heute sind eine Fortsetzung des starken Erbes der Vergangenheit. Man sollte nicht vergessen: „Staaten, die ihre Waffen nicht selbst produzieren können, können ihr Schicksal nicht selbst bestimmen.“
Der Einfluss der inländischen Rüstungsindustrie auf die türkische Außenpolitik
Im 21. Jahrhundert wird die außenpolitische Effektivität von Staaten nicht nur durch diplomatische Kanäle, sondern auch durch ihre militärische und technologische Kapazität geprägt. Die strategischen Schritte der Türkei in der Rüstungsindustrie der letzten Jahre, insbesondere die Steigerung der inländischen und nationalen Produktionsraten, haben nicht nur ihre Verteidigungsfähigkeit gestärkt, sondern auch einen wichtigen außenpolitischen Handlungsspielraum geschaffen. Mit der zunehmenden Kapazität inländisch produzierter Waffen ist die Türkei zu einem selbstbewussteren Akteur auf regionaler und globaler Ebene geworden.
Mit anderen Worten: Die Entwicklungen in der inländischen und nationalen Rüstungsindustrie haben nicht nur die militärischen Kapazitäten erhöht, sondern auch zu einem strategischen Kraftmultiplikator geführt, der die türkische Außenpolitik lenkt. Dank der Macht ihrer mit inländischen und nationalen Waffen ausgerüsteten Armee hat die Türkei eine stärkere Position am diplomatischen Tisch und kann deutlich unabhängiger agieren.
Diese Situation hat sowohl die abschreckende Wirkung der türkischen Außenpolitik verstärkt als auch ihren Einflussbereich erweitert.
Assoc. Prof. Dr. Savaş Eğilmez, Fakultätsmitglied der Abteilung Geschichte, Fakultät für Literaturwissenschaften, Atatürk-Universität

Comment here